SpielRaum

Immer wieder haben wir versucht, unsere Arbeit zu beschreiben und kommen dabei gerne auf das Bild vom Bauern oder Gärtner zurück, der seine jungen Pflanzen so lange schützt, pflegt, gießt und mit Nährstoffen versorgt, bis sie das alles für sich selbst tun können. Wir glauben, dass sich das Wesen von Kindern sehr zart und gemächlich entwickelt. Das erfordert oft von uns Erwachsenen jede Menge Geduld und Respekt, um unseren Kindern gute Begleiter auf ihrem Weg sein zu können. Nehmen wir Anteil an ihren Freuden und Interessen ? Nehmen wir auch ihre Sorgen und Ängste ernst ? Sehr oft verlangen wir soziale Reife, intellektuelles Wissen, Selbständigkeit... schon zu früh von den Kindern, die dann zwar lernen, das zu tun, was von ihnen erwartet wird, aber mit der Zeit immer weniger Spaß haben an den Dingen, die sie tun. Dann sehnen wir uns nach den energievollen, neugierigen, himmelhochjauchzend, zu Tode betrübten kleinen Wesen, die sie einmal waren. Mit unserem Projekt für Eltern und Kinder ab 3 Jahren wollen wir andere Prioritäten setzen, als es in unserem Erziehungssystem üblich ist. Basis für unsere Arbeit mit den Kindern ist unser Wissen, daß nur Kinder, die sich geliebt und respektiert fühlen wirklich sozial reifen und ihre Interessen entdecken können. Sie brauchen keine Angst zu haben, daß sie irgendwie sein müssen um Anerkennung zu bekommen, sie können einfach so sein wie sie sind - mit all ihren Stärken und Schwächen, mit ihren guten und schlechten Tagen... (Während ich das schreibe, spüre ich viele Erwachsene denken: " Wie gerne hätte ich auch ein paar solcher Menschen in meinem Leben, die mich einfach so mögen, wie ich bin." ) Die wichtigste Aufgabe des Erwachsenen im Spielraum sehen wir darin, die Kinder in ihrem Tun zu begleiten. · Kinder wollen gesehen werden, sie wollen, dass jemand Anteil nimmt an dem, was sie interessiert. · Kinder wünschen sich einfach Erwachsene, die einmal Zeit haben, bei ihnen sind, wirklich (auch mit ihren Gedanken) da sind und zuschauen, was sie spielen, bauen, erfinden, ausprobieren, erklettern... Ein kurzer Blick und ein "Oh, wie schön", wie es im Strudel des Alltags immer wieder vorkommt, können ein wirkliche Miteinandersein nicht ersetzen. Um für den Alltag als Eltern Kraft zu tanken, sind die Elternabende oder auch Gespräche unter uns Erwachsenen zu einem wichtigen Baustein geworden. Oft ist es sehr erleichternd zu sehen, daß andere Familien mit ganz ähnlichen Dingen beschäftigt sind und im Austausch ergeben sich dann auch immer wieder neue Perspektiven für den Familienalltag. Ein zentraler Punkt für die Kinder im Spielraum ist das Zusammensein mit anderen Kindern. Kinder sind von Geburt an sehr ich- bezogen, das heißt, sie erleben die ganze Welt nur aus ihrem Blickwinkel, sie können sich noch nicht in andere hineinversetzen, andere verstehen... Diese Fähigkeit entwickelt sich ganz allmählich durch Üben und Auseinandersetzung mit anderen, viel langsamer, als wir uns das als Erwachsene oft erwarten. Und für dieses Üben soll hier im Spielraum Platz sein. Ein Erwachsener steht den Kindern hier in schwierigen Situationen bei. Er möchte Sicherheit geben und Schutz. Es geht ihm nicht darum, Konflikte zu umgehen oder die Kinder abzulenken um schnell "die schwierige Situation hinter sich zu bringen." Für uns gehören Schwierigkeiten mit zum Leben, wir wollen gar nicht erst beginnen, sie unter den Teppich zu kehren. Dann gibt es einmal Zeit zum traurig oder wütend sein, die Kinder können auch erleben, wie andere mit ihrem Schmerz umgehen - und danach ist oft die Atmosphäre so gereinigt, daß wieder Platz für Freude und Lachen ist. ( Daß Kinder weinen können ist für uns sehr wichtig und wir wollen das auf keinen Fall unterdrücken - das Weinen: ein langes, interessantes Thema!) Und bei all diesen interessanten Forschungen fällt uns immer wieder auf, wie wichtig der Humor im Alltag und im Spielraum bei all dem ist. Wie oft werden Kleinigkeiten so wichtig genommen um uns darüber zu ärgern, statt gemeinsam darüber zu lachen ? Es gibt noch viel Interessantes zu erzählen, falls Sie Interesse an einem Besuch oder einem Gespräch haben, freuen wir uns über Ihren Anruf.

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Maya Wenth Rahel Pable
Tel: 02762/ 550 99 11 02762/ 550 99 33
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